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Foto: Nicole Brevoord
Foto: Nicole Brevoord

Der große Schwimmbadmasterplan

Stadt will 194 Millionen Euro in Bäder fließen lassen

Frankfurt muss sparen, aber anders als andere Städte in der Region will man an den eigenen 13 Schwimmbädern festhalten und diese bis zum Jahr 2025 mit fast 200 Millionen Euro fit machen für die Zukunft.
Schwimmbäder zu betreiben ist eine kostspielige Angelegenheit. Das weiß kaum einer besser als die Mitarbeiter der städtischen BäderBetriebe, die für drei Erlebnis-, drei Hallen- und sieben Freibäder verantwortlich zeichnen und 2017 ein Jahresdefizit von 27 Millionen Euro eingefahren haben – bei einem Umsatzerlös von 10,5 Millionen Euro. Problematisch sind einerseits die schwankenden Gästezahlen, die oftmals vom Wetter abhängen: Im vergangenen Jahr wurden 2,2, Millionen Gäste gezählt, im Jahr 2016 waren es noch 2,4, Millionen Besucher. „Wir hatten im vergangenen Jahr 35 Sommertage weniger als im Vorjahr“, sagt Frank Müller, Geschäftsführer der BäderBetriebe Frankfurt. Viel gravierender fällt aber ins Gewicht, dass Schwimmbäder regelmäßig gewartet und saniert werden müssen, um auf Dauer attraktiv zu sein. Am Donnerstag hat Sport- und Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) den Masterplan für Frankfurts Bäder vorgestellt. Bis zum Jahr 2025 soll die Stadt, die angesichts stetig wachsender Bevölkerungszahlen vor großen Herausforderungen steht und die Infrastruktur ausbauen muss, demnach 194 Millionen Euro in den Schwimmsport investieren. Zu den größten Projekten gehört der Neubau des Familienbad Bornheim an der Eissporthalle, das das in die Jahre gekommene und stark sanierungsbedürftige Panoramabad ablösen soll. Außerdem soll das Rebstockbad abgerissen und erneuert werden und es soll ein Schwimmsportzentrum auf dem Sportcampus der Goethe-Universität neugebaut werden, in dem auch das Schulschwimmen seinen Platz finden soll.

Neues Schwimmsportzentrum geplant
„Während andere Standorte unter Sparzwang ihre Bäder schließen, haben wir in den vergangenen 15 Jahren 70 Millionen Euro in die dreizehn Frankfurter Bäder investiert“, sagt Stadtrat Frank. Er hält es für dramatisch, dass in Frankfurt rund 50 Prozent der Kinder nicht schwimmen können. Die Frankfurter Bäder seien nicht nur der größte Freizeitanbieter der Region, es gehe beim Ausbau der Schwimmbäder auch um die Schwimmausbildung und Unfallprophylaxe, um den Vereinssport, die Sportförderung, mal abgesehen von der Gesundheitsprävention und vom Wellnessaspekt. Es gelte für die Zukunft die Profile der einzelnen Bäder zu schärfen, so dass etwa der Schulsport weniger den erlebnisorientierten Bädern oder dem Vereinsschwimmen in die Quere komme. Da der Bedarf an Schwimmunterricht in den kommenden Jahren angesichts der wachsenden Bevölkerungszahl noch steige, sei der Neubau eines wettkampftauglichen Schwimmsportzentrums mit einem teilbaren 50-Meter-Schwimmerbecken und zwei multifunktionalen Lehrschwimmbecken die Lösung. Bis 2024 könnte das Schwimmsportzentrum, für dessen Bau 40 Millionen Euro veranschlagt werden, realisiert werden.

Was wird mit dem Panoramabad?
Schon länger in der Pipeline ist der Neubau des Familienbad Bornheim westlich der Eissporthalle, welches bis 2022 das bestehende Panoramabad mit derzeit 300 000 Gästen im Jahr ersetzen soll. Frank freut sich über Synergieeffekte zwischen dem künftigen neuen Bad und der Eissporthalle, das spare Kosten und sei energieeffizient und zugleich werde der jetzige Standort des Panoramabads frei für Wohnungsbau, der wiederum Geld zurück in die Kasse bringe. Eine „Win-Win-Win-Situation“, wie es der Stadtrat nennt. Die eigens gegründete Projektgesellschaft Bäderbau Frankfurt GmbH & Co. KG wird den Bau betreuen, mit dem Entwurf wurde das Stuttgarter Büro 4a Architekten betraut. Der Neubau soll mit einem separaten Sporthallenbad für Schul- und Vereinsschwimmen, öffentliches Schwimmen, mit 25-Meter-Becken mit sechs Schwimmbahnen, sowie einer 1- und 3-Meter-Sprunganlage sowie einem Nichtschwimmerbecken und einem kompakten Familienbad mit Erlebnisbadebereichen, verschiedenen Rutschen, Spielbereich und einer Saunalandschaft mit Saunagarten ausgestattet sein. Die Kosten hierfür bezifferte Markus Frank mit 36 Millionen Euro.

Das Sorgenkind
Am Kostspieligsten wird wohl das Rebstockbad, ein 35 Jahre altes Zugpferd mit bislang insgesamt 20 Millionen Besuchern, knapp einem Drittel aller Hallenbadbesucher. Doch wo früher bis zu 900.000 Besucher im Jahr planschten, waren es im vergangenen Jahr nur noch 600.000. Die Wartung der immer wieder marode werdenden Dachkonstruktion und die benötigten Gerüste als Notmaßnahmen haben seit 2014 fast fünf Millionen Euro verschlungen. „Eine Sanierung hätte große finanzielle Risiken“, ist sich Frank sicher, weshalb er zu einem Neubau für 85 Millionen Euro an gleicher Stelle und in gleicher Größe rät. Wie auch immer, es soll ein Mehrgenerationen-Erlebnisbad entstehen mit Saunalandschaft und separatem Sportbecken. Eine Machbarkeitsstudie hat die Bedarfe erarbeitet. Künftig soll es ein Sporthallenbad, ein Erlebnisbad und eine Saunalandschaft mit optischer Anbindung zum Teich hin geben. Außerdem Fitness und Physiotherapie. Im Sommer soll das Stadtparlament den Neubau beschließen. Doch der Neubau wird dauern: Allein für den Abriss müsse man ein Jahr rechnen, der Neubau würde mindestens eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen. Um eine Ersatzfläche in der Zeit anzubieten, ist in der Planung das Freibad Hausen für die Bauzeit mit einer Traglufthalle wie im Riedbad zu versehen. Und das Bäderkonzept sieht bis zum Jahr 2025 auch weitere, jährliche Investitionen in Höhe von drei bis vier Millionen Euro vor. Denn um Schwimmbäder zu betreiben, müssen auch die Euros fließen.
 
3. Mai 2018, 15.23 Uhr
Nicole Brevoord
 
 
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