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Coronavirus

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Kontaktbeschränkungen über Ostern verlängert

Foto: freestocks/Unsplash
Foto: freestocks/Unsplash
Die Kontaktbeschränkungen werden bis 19. April bundesweit verlängert, das haben die Ministerpräsidenten und -präsidentinnen der Länder mit der Kanzlerin in einer Telefonkonferenz beschlossen. In Hessen werden derweil die Krankenhauskapazitäten aufgestockt.
Seit zehn Tagen gelten bundesweit Kontaktbeschränkungen, die vorsehen, dass sich draußen nur alleine oder mit einer weiteren Person beziehungsweise mit mehreren Angehörigen aus der eigenen Familie oder dem Hausstand aufgehalten werden darf. Vorerst für zwei Wochen vorgesehen, wurden die Vorschriften nun bis zum Ende der Osterferien am 19. April verlängert. Das gab der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwochnachmittag bekannt. Die Besprechung zwischen den Ministerpräsidenten und -präsidentinnen der Bundesländer mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei „von großer Einigkeit gezeichnet“ gewesen, so Bouffier. Nach den Osterferien werden die Ministerpräsidenten und -präsidenten und die Bundeskanzlerin wieder zusammengekommen um die Lage, besonders in Anbetracht der Empfehlung des Robert-Koch-Instituts, erneut zu bewerten. Die Frage, ob die Schulen nach den Osterferien wieder öffnen, werde einige Tage früher besprochen. Eine feste Anzahl an Infizierten, ab welcher Bund und Länder die Maßnahmen zurückstufen, wurde bisher nicht vereinbart. „Es geht nicht nur um die Gesamtzahl der Infizierten, sondern auch um die Infektionsentwicklung in bestimmten Regionen und ob sich junge Menschen ab einem bestimmten Zeitpunkt vielleicht kaum noch infizieren“, sagte Bouffier. Eine Mundschutzpflicht soll vorerst nicht eingeführt werden: „Wir sind alle der Meinung, dass eine Maskenpflicht nicht nötig ist. Masken, die wirklich schützen, müssen erst mal den Krankenhäusern überlassen werden.“

„Die Entwicklung ist eher moderat, lässt aber noch keine Einschätzung zu“, sagte der Ministerpräsident. Das Virus breite sich immer noch sehr schnell aus. Ähnlich hatte sich am Mittwochmittag auch der hessische Gesundheitsminister Kai Klose (Bündnis 90/Die Grünen) geäußert, dabei aber auch auf den Infektionsanstieg hingewiesen, der erneut im dreistelligen Bereich innerhalb eines Tages lag. So wurden von Dienstag auf Mittwoch 281 neue Fälle bekannt. Insgesamt sind in Hessen nach dem Stand von Mittwochnachmittag 3582 Menschen mit Covid-19 infiziert. Allerdings war bei der Infizierungsrate am Mittwoch im Vergleich zu den vergangenen zwei Wochen ein Rückgang zu verzeichnen. Die Zahl der Todesopfer stieg allerdings deutlich an: Von Dienstag auf Mittwoch starben sieben Personen an den Folgen einer Covid-19-Infektion, so sind in Hessen bisher insgesamt 27 Personen verstorben.

Mehr Betten, mehr Beatmungsgeräte aber keine Besuche mehr

Aktuell gebe es in hessischen Krankenhäusern 12 192 freie Betten für Covid-19-Patientinnen und -Patienten, das seien 2475 mehr als noch vor zehn Tagen, sagte der Gesundheitsminister. Die Anzahl der Beatmungsplätze konnte von 1200 auf 1900 erhöht werden. Die Zahl der Intensivbetten ohne Beatmungsmöglichkeit wurde von 860 auf rund 1100 erhöht. 380 weitere Betten kommen, wenn das 10-Millionen-Euro-Beschaffungsprogramm greife. Aktuell befinden sich 772 Covid-19-Patienten und Patientinnen in den hessischen Krankenhäusern, 175 von ihnen seien beatmungs- und intensivüberwachungspflichtig und 35 weitere intensivüberwachungspflichtig. Seit 13. März wurde auch das Besuchsrecht in Krankenhäusern und Pflegeheimen auf einen Besucher oder eine Besucherin am Tag für eine Stunde beschränkt, erinnerte Klose, diese Regelung hebe das Land nun auf und untersage Besuche komplett. Ausnahmefälle werde es weiterhin geben, beispielsweise „der letzte Besuch bei einem sterbenden Verwandten.“


Verschärfte Lage in Seniorenheimen


An mehreren Orten in Hessen wurden in den vergangenen Tagen Covid-19-Fälle in Senioren- und Pflegeheimen bekannt. Die Hessenschau berichtete von Infizierungen in Niederaula (Hersfeld-Rotenburg), Treysa (Schwalm-Eder) und Höchst (Odenwald). In Niederaula seien bereits zwei Personen in Pflegeheimen verstorben, in Höchst und Treysa sei es ebenfalls zu mehreren Todesfällen gekommen. Einen Zuwachs der Todesfälle in den genannten Kreisen ging am Mittwoch auch aus dem täglichen Bulletin des Hessischen Gesundheitsministeriums über die Covid-19-Neuinfizierungen in Hessen hervor. Auch Pflege- und Seniorenheime in Frankfurt seien betroffen, das gab der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Frankfurt am Mittwoch bekannt. Im August-Stunz-Zentrum der Johanna-Kirchner-Stiftung seien zwei Bewohner*innen und zwei Mitarbeitende positiv auf das Virus getestet worden. Zudem gebe es weitere Verdachtsfälle, die Beschäftigten befinden sich in Quarantäne, die Bewohnerinnen und Bewohner wurden zu Behandlung ins Krankenhaus eingewiesen. Man habe das Gesundheitsamt informiert, das auf Wunsch der AWO Frankfurt am Donnerstag einen flächendeckenden Test bei allen Bewohnerinnen und Bewohner sowie bei den Mitarbeitenden der betroffenen Wohnbereiche durchführe.

Eisdielen müssen schließen

Trotz der Schließung aller gastronomischen Betriebe führen die meisten Eisdielen ihren Betrieb weiter und verkaufen vom Tresen aus Eis oder liefern es an ihre Kundinnen und Kunden aus. Über Twitter wies die Polizei Westhessen am Dienstag erneut darauf hin, dass Eisverkauf und -lieferungen von Eisdielen ebenfalls untersagt sind. Der hessische Gesundheitsminister Kai Klose wies darauf hin, dass es sich bei der vollständigen Schließung der Eisdielen nicht um eine neue Regelung handle: „Auch die Eisdielen waren ab der vierten Verordnung erfasst. Sie sind ein gastronomischer Betrieb wie jeder andere.“ Die Schließung der Eisdielen stieß unter anderem in den sozialen Netzwerken auf Unverständnis, und auch die vierte Verordnung scheint den Eisverkauf in eine Art Grauzone zu rücken: Zwar sind dort Eisdielen offiziell als „nicht erlaubt“ gelistet, Abhol- und Lieferdienste einschließlich Online-Handel gelten allerdings als „erlaubt“.

>> Einen Überblick über alle Meldungen zum Cornonavirus finden Sie hier.
 
2. April 2020, 12.45 Uhr
Johanna Wendel
 
Johanna Wendel
Jahrgang 1993, Technikjournalismus-Studium an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, seit Januar 2019 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Johanna Wendel >>
 
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Leser-Kommentare

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Pöpşülü Perikızı Coskun am 2.4.2020, 23:02 Uhr:
Ich weis wenn manch einer Meinen Kommentar Jetzt lesen wird, wird er oder sie denken ja ist sie den total von sinnen. Doch ich finde es ist falsch die Kontaktsperre und andere Maßnahmen nur bis zum 19. 04 zu verlängern . Denn ich merke in Hessen haben die Menschen immer noch nicht wirklich den ernst der Lage verstanden. Ich denke die meisten sind immer noch so egoistisch eingestellt sie denken ich bin gesund mich kann es ja nicht treffen. Dabei gibt es oft fälle wo die meisten den Virus in sich tragen und sie merken es nicht und infizieren andere bei denen es noch schlimmere folgen haben kann.Wie sehen es an Italien was passieren kann wenn man mit diesem unsichtbaren Feind so locker umgeht. Ich finde es müsste Schärfer kontrolliert werden und es müsste einheitlich veranlasst werden eine Maske zu Tragen sowohl zum eigenen Schutz als auch zum Schutz der Familie und all den anderen Menschen. Es gibt viele Familien die haben behinderte oder Kranke Familienangehörige die können sich nicht selbst schützen. Also ist es doch unsere Pflicht auch an sie zu denken und sie zu schützen. Klar jeder Mensch hat das Recht auf seine Freiheit. Wer ist nicht gerne Frei, doch für die Menschen die man liebt sollte man auch mal in den Sauren Apfel beißen können. Lieber eine gewisse Zeit mal zu Hause bleiben ab einer Bestimmten Zeit als das man zusieht wie der Mensch stirb den man liebt.. Das ist und wird meine Meinung bleiben ich hoffe das die Minister das genauso sehen werden bevor die eine falsche Entscheidung treffen.
 
 
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