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Kai Klose: „Wir sind gut vorbereitet“

Foto: National Institute of Allergy and Infectious Diseases
Foto: National Institute of Allergy and Infectious Diseases
Nach mehreren Coronavirus-Fällen in verschiedenen Bundesländern ist eine weitere Ausbreitung nicht ausgeschlossen. Hessen ist bisher nicht betroffen. Laut Sozialminister Kai Klose (Bündnis 90/Die Grünen) sei man aber gut vorbereitet, sollte Corona Hessen doch noch erreichen.
Vor wenigen Tagen gab die Frankfurter Light + Building Messe bekannt, dass sie ihren Ausstellungstermin wegen der Gefahr einer Ausbreitung des Coronavirus von März auf September 2020 verschieben müsse. In den vergangenen zwei Tagen wurde zudem das Vorkommen des Virus in den Bundesländern Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz festgestellt. In Hessen ist bisher noch keine Infizierung bekannt, alle Verdachtsfälle haben sich bisher als negativ herausgestellt. Kai Klose (Bündnis 90/Die Grünen), Hessischer Sozial- und Integrationsminister, sieht Hessen jedoch für die ersten positiven Fälle gut vorbereitet. „Wir beobachten die Lage in Deutschland, Italien und weltweit sehr genau und stehen weiterhin im ständigen Austausch mit allen involvierten Behörden und Ressorts auf europäischer Bundes- und Länderebene sowie mit den kommunalen Gesundheitsämtern“, sagte Klose am gestrigen Mittwochnachmittag. Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration habe den Öffentlichen Gesundheitsdienst rechtzeitig in besondere Bereitschaft versetzt.

Bei den Vorbereitungen orientiere man sich an den Lageeinschätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), des European Centre of Disease Prevention and Control der Europäischen Union (ECDC) und des Robert-Koch-Instituts. Zudem habe das Robert-Koch-Institut die Risikogebiete ausgeweitet und schließe nun neben China auch Provinzen und Städte in Italien, Iran und Südkorea mit ein. Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland schätze das Institut als „gering bis mäßig" ein. Die aktuelle Entwicklung zeige aber, dass eine pandemische Ausbreitung von COVID-19 nicht ausgeschlossen sei. „Die Sachlage ändert sich täglich“, sagte René Gottschalk, Leiter des Gesundheitsamts Frankfurt und Leiter des Kompetenzzentrums für hochpathogene Infektionserreger. Das Abriegeln von Städten, wie es aktuell in Italien passiert, sei in Deutschland bei Ausbruch des Virus allerdings „völlig ausgeschlossen“. Lediglich die Schließung von Schulen und Kindertagesstätten sowie die Absage von öffentlichen Veranstaltungen sei möglich. Man bleibe bei der „Containment-Strategie“, die Isolierung von Infizierten, um die Krankheit daran zu hindern, sich weiter zu verbreiten, erläuterte Gottschalk. „Wir sind bei bestehendem Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung gut vorbereitet, um erforderliche Schutzmaßnahmen im Umgang mit Patienten und Kontaktpersonen durchzuführen, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.“ Insgesamt gebe es in Hessen 35 000 Betten, von denen man fünf bis zehn Prozent als Isolierbetten nutzen könne, ergänzte Klose.

Am Flughafen Frankfurt arbeite man bei Flügen aus China aktuell mit Einreisekarten, die um drei Fragen erweitert wurden. Zudem müssten Pilot*innen vor dem Anflug Negativmeldungen über die Passagiere abgeben. Dieses Vorgehen wolle man auch weiterhin so beibehalten. „Eine Ausweitung der Kontrollen auf Italien und Europa macht keinen Sinn“, sagte Gottschalk.

Einfache Hygieneregeln beachten

„Nach unserem bisherigen Kenntnisstand gibt es trotz der erhöhten Infektionszahl in China, Südkorea, Iran und mittlerweile auch in Italien keinen Grund zur Panik“, so Prof. Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt. Auch auf einen möglichen Anstieg der Infektionszahlen in Hessen sei man vorbereitet. Um sich zu schützen, sollten Bürgerinnen und Bürger darauf achten, ähnlich wie bei einer Grippe, einfache Hygieneregeln zu beachten: In die Armbeuge husten oder niesen, Einmaltaschentücher verwenden, Händeschütteln vermeiden, gründliches und regelmäßiges Händewaschen, Nasen-, Mund und Augenschleimhaut nicht mit den Händen berühren, eigene Gläser und Besteck verwenden sowie Menschenansammlungen meiden. Anders als das SARS-Virus, bei dem sich die Viren in den tiefen Atemwegen festsetzten, sei das Coronavirus bereits in Rachen und Nase nachweisbar, das wäre auch einer der Gründe für die leichtere Übertragbarkeit.

Über die Webseite des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration, WHO, ECDC und des Robert-Koch-Instituts, sowie über die hessenweite Hotline, die unter der Nummer 08005554666 von montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr erreichbar ist, können sich Bürgerinnen und Bürger über das Coronavirus und den aktuellen Stand informieren.
 
27. Februar 2020, 11.29 Uhr
Johanna Wendel
 
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