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Gesellschaft
 

Coronavirus

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Die Herausforderungen gemeinsam bestehen

Foto: Fusion Medical Animation
Foto: Fusion Medical Animation
In der vergangenen Woche überschlugen sich die Ereignisse und Meldungen bezüglich der Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. In Bayern wurde am Montagmorgen der Katastrophenfall ausgerufen; die Grenzen Deutschlands wurden weitestgehend geschlossen.
„Unser Aufruf an alle Frankfurterinnen und Frankfurter ist, dass wir aufeinander aufpassen, vor allem unseren älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern und Menschen mit Erkrankungen im Alltag helfen, wo dies möglich ist“, sagten Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Bürgermeister und Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU), Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Bündnis 90/Die Grünen) und Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU) nach einer Sondersitzung der Spitzen der Stadtregierung am gestrigen Sonntag. Die nächsten Tage und Wochen, und vielleicht auch die Zeit darüber hinaus, halte große Herausforderungen bereit, die man gemeinsam bestehen werde. Am heutigen Montag soll eine erneute Sitzung des städtischen Verwaltungsstabes stattfinden. Aktuell sind in Hessen rund 286 Personen mit dem Coronavirus infiziert, etwa 20 der Infizierten befinden sich in Frankfurt.

Vor knapp einer Woche wurde in Italien Hausarrest verhangen. Zu dieser Zeit diskutierte das Gesundheitsamt Frankfurt noch darüber, ob das Fußballspiel der Eintracht Frankfurt gegen den FC Basel mit oder ohne mehrere zehntausend Zuschauerinnen und Zuschauer stattfinden soll. Doch in der vergangenen Woche ist viel passiert: Eintracht Frankfurt entschied sich schließlich doch gegen die Austragung des Spiels mit Publikum und stellte sich damit gegen die Empfehlung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Zwei Tage später empfahl Hessen die Absage von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besucherinnen und Besuchern und verbot sie wiederum am nächsten Tag, da die „Empfehlung durch die Veranstalter und die Gesundheitsämter unterschiedlich interpretiert“ wurde, so der hessische Gesundheitsminister Kai Klose (Bündnis 90/Die Grünen). Am darauffolgenden Freitag gaben sämtliche Frankfurter Kulturstätten ihre Schließung bis zum 10. April bekannt, am Freitag gab der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) schließlich bekannt, dass die Unterrichtspflicht an Schulen vorerst bis zum Ende der Osterferien ausgesetzt wird. Die Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus zeigten sich über das Wochenende dann hauptsächlich in anderen Bundesländern.

Am heutigen Montagmorgen rief der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den Katastrophenfall in Bayern aus. Für Bayern heißt das, dass ab Dienstag Bars, Kinos, Clubs, Vereinsheime und Schwimmbäder sowie alle kommerziellen Geschäfte schließen. Apotheken, Supermärkte, Drogerien, Tankstellen und Banken bleiben geöffnet. Gaststätten dürfen nur noch von 6 bis 15 Uhr geöffnet haben und sich maximal 30 Gäste gleichzeitig dort aufhalten. Diese Notmaßnahmen gelten vorerst für 14 Tage, so Söder. „Heute kann keiner eine abschließende Aussage darüber machen, wie lange diese Herausforderung andauern wird. Denn das Ziel ist zu sehen, ob sie wirken, ob es dazu führt, dass wir die Infektionsketten verlangsamen können und damit dann auch am Ende einen entsprechenden Erfolg erzielen können“, sagte der bayerische Ministerpräsident. Eine Ausgangssperre gebe es vorerst nicht. Söder sagte zudem, dass das Land Bayern ein Sondervermögen von 10 Milliarden Euro einrichte, um finanzielle Engpässe von Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürgern überbrücken zu können. Zudem teilte die Deutsche Bahn am gestrigen Sonntag mit, dass sie den Regionalverkehr in Deutschland in den kommenden Wochen einschränken werde.

Die Landesregierung von Schleswig-Holstein sperrte die Nord- und Ostseeinseln sowie die Halligen für Touristen. Am gestrigen Sonntagabend teilte Innenminister Horst Seehofer (CSU) mit, dass man die Binnengrenzen zu Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Dänemark schließen werde. Der grenzüberschreitende Warenverkehr sowie der grenzüberschreitende Verkehr von Berufspendlerinnen und -pendler bleibe gewährleistet, Reisende ohne triftigen Reisegrund dürfen an den benannten Grenzen nicht mehr ein- und ausreisen. An dem Beschluss beteiligten sich zudem Kanzlerin Angela Merkel (CDU), der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Saarlands Regierungschef Tobias Hans (CDU) und die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz Malu Dreyer (SPD). „Die Ausbreitung des Coronavirus schreitet schnell und aggressiv voran. Wir müssen davon ausgehen, dass der Höhepunkt noch nicht erreicht ist“, sagte Seehofer. Ein weitere Grund für die Grenzschließung seien auch Hamsterkäufe von Bürgerinnen und Bürgern aus anderen Ländern wie Dänemark und Frankreich. Diese würden im grenznahen Bereich, beispielsweise in Frankreich im Elsass und in Lothringen zu Engpässen führen. Ende vergangener Woche rief Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) dazu auf, Hamsterkäufe zu vermeiden, es gebe keinen Anlass. „Ich appelliere daher an die Bürgerinnen und Bürger, ihre Vorräte mit Bedacht, Augenmaß und umsichtig aufzustocken – dann ist genügend für alle verfügbar, die Regale werden zeitnah wieder aufgefüllt“, so Klöckner. „Gerade mit Blick auf die jetzige Situation ist nicht nur die Solidarität der Verbraucher untereinander gefragt, sondern auch Maß und Mitte.“ Unnötige Hamsterkäufe führten zudem dazu, dass Lebensmittel letztlich in der Tonne landen.


>> Einen Überblick über alle Meldungen zum Cornonavirus finden Sie hier.
 
16. März 2020, 14.00 Uhr
Johanna Wendel
 
Johanna Wendel
Jahrgang 1993, Technikjournalismus-Studium an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, seit Januar 2019 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Johanna Wendel >>
 
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Leser-Kommentare

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Thomas Szymanski am 16.3.2020, 17:51 Uhr:
"Alles gut und schön, aber China hat uns locker vorgemacht, und die waren viel härter betroffen, dass man durch gut organisierte Maßnahmen das wunderbar in den Griff bekommt. - Gewiss sind es auch hier nun laut den bekannten Meldungen gut 4000 Infizierte, aber hätten wir sofort reagiert, und nicht auf die sogenannten Experten und Herrn Spahn gehört, weil die total verunsichert reagierten, die ja auch Alles zunächst verharmlost haben, wäre all das gar nicht so weit gekommen. - Der Deutsche reiste fröhlich durch die Welt, und somit ist es kein Wunder, ganz abgesehen von drastischen Maßnahmen, wie z. in Kroatien. Dort gibt es, laut einer Verwandten von mir, sogar bei den Supermärkten Desinfektionsspender für die Hände, die funktionieren automatisch, und gleichzeitig die Möglichkeit, die Einkaufswagen zu desinfizieren. Die Schulkinder erhalten schon seit Woche per Internet und über den Fernsehbildschirm Unterricht. - Hier hat man dafür kein Personal noch durch langjährige Sparmaßnahmen, keine Technischen Voraussetzungen. Außerdem kann man sich nur unter viel zu aufwendigen Wegen, im Falle von Unwohlsein und Symptomen zum Test melden, wenn überhaupt. So etwas muss man lesen! - Alle Anlaufstationen sind total überlastet. -Trauriger und unverantwortlicher Zustand." -Thomas Szymanski, Puppenspieler und Schauspieler
 
 
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