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Gesellschaft
 

Corona-Krise

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Ostern bringt Klarheit

Foto: Christoph Schröder/Symbolbild
Foto: Christoph Schröder/Symbolbild
Sozial- und Gesundheitsminister Kai Klose informierte am Montag über die Lage in Hessen und warnte vor voreiligen Lockerungen der Kontaktsperre; auch Bundeskanzlerin Angela Merkel will keine falschen Hoffnungen wecken und noch kein Ende der Maßnahmen nennen.
Update vom 7. April, 13.59 Uhr

Die Corona-Krise stelle die Europäische Union vor die „größte Bewährungsprobe seit ihrer Gründung“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Anschluss an die Sitzung des Corona-Kabinetts am Montagnachmittag. „Wir haben eine große Herausforderung in Bezug auf die Gesundheit unserer Bevölkerung. Alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union, wenn auch in abgestufter Weise, sind betroffen.“ Deshalb müsse es das Interesse aller sein, dass Europa stark aus dieser Bewährungsprobe hervorgehe, so die Kanzlerin. Denn auch Deutschland werde es auf Dauer nur gut gehen, wenn es Europa gut gehe. Die Antwort könne dementsprechend nur lauten: „Mehr Europa, ein stärkeres Europa – und ein gut funktionierendes Europa und zwar in allen seinen Teilen, das heißt in allen seinen Mitgliedsstaaten."

Einen Termin für eine mögliche Lockerung der Maßnahmen wollte die Bundeskanzlerin nicht nennen: „Heute ist nicht der Tag“, sagte sie, versicherte aber, dass das öffentliche Leben zum Zustand von vor der Krise zurückkehren werde, sobald die gesundheitliche Lage es zuließe.

Quarantäne für Reisende

Laut einem Beschluss des Corona-Krisenkabinetts sollen ab dem 10. April alle Menschen, die von einer mehrtägigen Reise nach Deutschland zurückkehren, zwei Wochen in Quarantäne geschickt werden, egal aus welchem Land sie kommen. Ausgenommen davon seien bestimmte Berufsgruppen wie medizinisches Personal, Lastwagenfahrende sowie Geschäftsreisende. Grund dafür sei, dass das Robert-Koch-Institut aufgrund der weltweiten Fallzahlen mittlerweile keine einzelnen Risikogebiete mehr ausweise. Kanzlerin Angela Merkel betonte: „Die ganze Welt ist inzwischen ein Risikogebiet.“

Aktuelle Zahlen in Deutschland des Robert-Koch-Instituts

In Deutschland ist die Zahl der Infizierten bundesweit auf 99 225 gestiegen, das teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Dienstagmorgen mit. Inzwischen gebe es 1607 Todesfälle, 173 mehr als am Vortrag. Positive zu vermerken sei jedoch die Zahl der mittlerweile genesenen Patientinnen und Patienten. Diese liege inzwischen bei etwa 33 300, teilte RKI-Chef Lothar Wieler mit. Von einer Entspannung sei aber noch nicht auszugehen. Er betonte: „Schwankungen sind weiterhin möglich. Wir müssen die nächsten Tage abwarten, ob sich bei den Meldungen ein Trend abzeichnet.“

Aufgrund der übermittelten Daten könne man aktuell darauf schließen, dass das Durchschnittsalter der Infizierten bei 48 Jahren liege; Männer und Frauen seien dabei gleichermaßen betroffen. Zu den häufig festgestellten Symptomen zählen Husten mit 52 Prozent, Fieber mit 42 Prozent sowie Schnupfen mit 22 Prozent.

RKI stellt neue App für Freiwillige vor

Darüber hinaus stellte Lothar Wieler einen „neuen Baustein in der Bekämpfungstrategie“ vor. Dabei handele es sich um die sogenannte Corona-Datenspende-App, bei der Nutzerinnen und Nutzer mithilfe einer Smartwatch oder eines Fitnessarmbands freiwillig Daten übermitteln können. Da akute Atemwegserkrankungen die Vitaldaten verändern, könne eine Übermittelung den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bei der Analyse des Krankheitverlaufs helfen. Zusätzlich könnten verbesserte Karten zur Corona-Verbreitung entstehen. Zu den Daten gehören neben den Vitaldaten auch die Postleitzahl und Körperdaten wie Alter, Geschlecht und Gewicht. Wieler betonte jedoch noch einmal, dass die App Symptome zwar erkenne, einen Corona-Test jedoch nicht ersetzen könne.

Minister Klose über die Lage in Hessen am Montag

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Hessen ist am Montag um 101 Fälle gestiegen; demnach gibt es aktuell 4668 Infizierte. Wie der Sozialminister Kai Klose (Bündnis 90/Die Grünen) am Montagmittag mitteilte, liege damit zwar ein vergleichsweise geringer Anstieg an neuen Covid-19-Infektionen vor, er warnte jedoch vor voreiligen Lockerungen. „Wir sind noch nicht in dem Bereich, der uns beruhigen könnte. Die Dinge, die wir veranlasst haben, müssen fortgesetzt werden.“

Bundes- und Landesregierung wollen am 14. April über die weiteren Schritte beraten. Ausgehend von den Zahlen des Robert-Koch-Instituts rechne auch Klose mit dem Höhepunkt der Infektionen erst nach den Osterfeiertagen. „Rund um Ostern werden wir sehen, inwieweit unsere Maßnahmen gegriffen haben“, so der Sozial- und Gesundheitsminister. Erst danach könne man weitere Schlussfolgerungen ziehen.

„Wir tun alles, um eine bestmögliche Versorgung sicherzustellen“, sagte Klose. Er bedankte sich bei allen Akteuren im Gesundheitswesen, die die Versorgung der Patientinnen und Patienten ermöglichten. Aktuell stünden rund 755 freie Betten mit Beatmungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Verlängerte Öffnungszeiten an Gründonnerstag

Um die Lebensmittelversorgung vor den Feiertagen zu entzerren, werden die Öffnungszeiten in den Supermärkten am Gründonnerstag verlängert. Während Geschäfte normalerweise an diesem Tag um 20 Uhr schließen müssen, dürfen die Läden in diesem Jahr bis 22 Uhr geöffnet haben. Damit sollen die Supermärkte entlastet werden, erklärte Kai Klose am Montag.
 
7. April 2020, 13.59 Uhr
Sina Eichhorn
 
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Thomas Szymanski am 7.4.2020, 16:40 Uhr:
"ja, ich gebe da schon Herrn Looschen in gewisser Weise Recht. - Auch ich bin als Frankfurter Künstler wie Viele betroffen. Inwieweit man staatliche Hilfen erhält, ist bei uns "Kleinen" auch so einen Frage???
Doch gebe ich nicht auf. Die Kreativität ist gefragt. Mancher wird aber derzeit für seine Kreativität als Unternehmer ( hier Größere) dafür bestraft, wie man traurigerweise lesen muss. - Da muss man z.B. plötzlich viele Steuern zahlen und Behördengänge angehen, nur weil man seine Produktion auf Anderes, hier Desinfektionslösung, anstatt Getränke mit Alkohol, umgestellt hat. - Eine traurige und falsche Vorgehensweise!
Dringend ist zu raten, Alles wieder hier herzustellen, anstatt von China und anderen Ländern abhängig zu sein. - Außerdem sagt Dirk Steffens (ZDF -Terra X), sind wir selber schuld, denn die Massentierzucht und das massive Eingreifen in die Natur tragen dazu bei, dass solche gefährlichen Viren mutieren, bzw. entstehen. Wir müssen für die Zukunft daran arbeiten also umdenken, und uns bewusst werden, dass wir so mit der Mutter Erde nicht mehr umgehen dürfen." - Thomas Szymanski, Puppenspieler und Schauspieler
 
Uwe Looschen am 7.4.2020, 15:59 Uhr:
Die Politiker haben Angst vor der Verantwortung, das Ende des shutdown anzugehen. Wenn die Risikofälle und Orte isoliert werden, dann ist ein Exit sehr schnell möglich. Und notwendig. Denn der Virus bleibt. Man kann den shutdown aber nicht so lange weiter führen, bis es vorbei ist! Daher ist das Gesundheits-Risiko ziemlich gleich, ob der shutdown jetzt oder in Wochen erfolgt, sofern die richtigen punktuellen Maßnahmen ergriffen werden. Jedoch ist das Wirtschaftsrisiko fatal, je länger es dauert. Eine behördlich angeordnete Katastrophe, ein ganzes Land zum Stillstand zu bringen. Mit dem wesentlich schlimmeren Risiko von Arbeitslosigkeit, Insolvenzen, Vernichtung von geistigem Kapital und wirtschaftlichen know-how. Mit Anschlußfolgen, die noch viel Leid und Elend bringen werden.
Ob dieser Fast-Stillstand in dieser Intension wirklich notwendig ist, wage ich zu bezweifeln.
In wenigen Monaten werden wir sehen, wie sich alles mit welchen Folgen entwickelt hat.
Ich bin jetzt schon traurig, wieviele kleine Unternehmen, Restaurants, Kneipen, Friseure, Handwerkersbetriebe vom Markt verschwinden, die regional die Wirtschaft am Laufen gehalten hat. Von oben verordnet.
 
 
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