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Foto: AdobeStock/magicbeam
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Clubszene

Sicher feiern, sicher nach Hause

Im Zuge der Energiekrise werden inzwischen nachts vielerorts die Lichter ausgeschaltet, die Innenstädte sind dunkler. Um dennoch für Sicherheit zu sorgen, bieten einige Clubs wie das Gibson einen besonderen Service an. Die Dunkelheit ist jedoch nicht das einzige Problem.
Wer in den vergangenen Tagen und Wochen einmal nachts durch die Frankfurter Innenstadt gelaufen ist, wird es vermutlich bemerkt haben: Es ist dunkler. Um Strom zu sparen, wird nicht nur die Skyline weniger beleuchtet, auch in den Straßen werden zu späterer Stunde die Lichter von Schaufenstern, Werbebannern oder aktuell auch die Weihnachtsbeleuchtungen ausgeschaltet. Doch was auf der einen Seite für Stromeinsparungen sorgt, hinterlässt bei Anderen, die unterwegs sind, ein mulmiges Gefühl.

Vor allem im Nachtleben ist das ein Thema. Das belegen die Zahlen einer Studie des Bundeskriminalamts (BKA), bei der etwa die Hälfte aller Frauen angab, sich nachts ohne Begleitung unsicherer zu fühlen und auch öffentliche Verkehrsmittel, bestimmte Straßen, Plätze oder Parks zu meiden. „Viele, vor allem Frauen, fühlen sich einfach unsicherer, wenn sie allein sind und es sehr dunkel ist“, bestätigt auch Bastian Bernhagen, einer der drei Geschäftsführer des Gibson Club in der Frankfurter Innenstadt. Gerade die Zeil sei nachts immer ein belebter Ort, die Dunkelheit verleite manche dazu zu denken „da kann ich machen, was ich will“. Im Gibson haben sich die Betreiber deshalb dazu entschieden, einen entsprechenden Service anzubieten, der Gäste zum Parkhaus oder zum nächsten Taxistand bringt. Man muss nur 20 Minuten vorher Bescheid sagen.

Ganz neu sei der Service nicht, aufgrund der aktuellen Umstände wolle man das Thema nun aber wieder in den Fokus stellen, erklärt Bernhagen. Denn: Die Dunkelheit sei nicht der einzige Grund. „Ich bin inzwischen seit zehn Jahren mit dem Gibson auf der Zeil und sehe deutliche Tendenzen. Es wird immer extremer“, so der Clubbetreiber. Kleinigkeiten, die früher nicht eskaliert seien, sorgten heute für Ausschreitungen und dafür, dass Leute Gewalt anwendeten. Über die Gründe, warum die Gewaltbereitschaft gestiegen sei, rätselt auch er.

Andere Clubs, wie etwa die Pik Dame, bieten zwar bislang nicht exklusiv einen solchen Service an, das Wohl der Gäste habe aber trotzdem höchste Priorität, sagt Inhaber Max Coga. Sei es, um Betrunkene zum Taxi zu bringen oder Frauen, wenn sie sich auf ihrem Weg durchs Bahnhofsviertel unsicher fühlten, zur Bahn zu begleiten. „Wir versuchen uns immer, um das Wohl unserer Gäste zu kümmern“, sagt auch Ansgar Fleischmann, Betreiber des Silbergold nahe der Konstablerwache. Er ermuntert die Gäste, bei Bedarf jederzeit das Personal anzusprechen. Vorteil sei, dass der Club direkt an der Straße liegt, Taxis können direkt davor parken. „Das Thema fehlende Sicherheit ist nichts neues und besteht schon seit ich mich erinnern kann. Leider.“

Heimwegtelefon, Apps und Initiativen

Unabhängig vom jeweiligen Club gibt es aber auch noch andere Optionen, um sich auf dem Weg nach Hause sicherer zu fühlen. So ist etwa das Heimwegtelefon (Tel. 030/12074182) ein kostenloser Service, bei dem nachts angerufen werden kann. Ein Ehrenamtlicher begleitet dann am Telefon, bis der jeweilige Anrufer am Ziel angekommen ist. Darüber hinaus gibt es Apps wie beispielsweise die „KommGutHeim“-App, bei der der Standort live mit Freunden und Familienmitgliedern geteilt und im Notfall schnell Hilfe angefordert werden kann. Ein Hilfsangebot für Frauen und Mädchen bei sexueller Belästigung ist die Initiative „Luisa ist hier!“. Mit der Frage „Ist Luisa hier?“ können sich Gäste in Bars und Clubs an das Personal wenden. Die Frage fungiert als Code, um bei Angst, Belästigung oder Bedrohung ohne weitere Erklärung Hilfe zu erhalten.
 
29. November 2022, 11.59 Uhr
Sina Eichhorn
 
Sina Eichhorn
Jahrgang 1994, Studium der Germanistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen, seit Oktober 2018 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Sina Eichhorn >>
 
 
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