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CargoCity Süd

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Verdeckte Provisionen bei Fraport?

Foto: Fraport AG Fototeam Stefan Rebscher
Foto: Fraport AG Fototeam Stefan Rebscher
Erneut wurde beim Prozess um die Schmiergeldaffäre bei CargoCity Süd der ehemalige Vorgesetzte von Volker A. vernommen. Es ging um die Frage, warum Ardi Goldman und Jürgen Harder mehr zahlen mussten als andere Investoren.
Der Prozess um die Korruptionsaffäre bei CargoCity Süd zieht sich in die Länge. Viele Zeugen werden ein zweites oder drittes Mal geladen. So auch Christoph H., ehemaliger Vorgesetzter von Fraport-Manager Volker A., der Schmiergeld für die Vergabe von Grundstücken kassiert haben soll. Am vergangenen Verhandlungstag hatte Richter Christopher Erhard den Zeugen bereits befragt, nun nahm ihn der Anwalt von Volker A. in die Mangel. Christoph H. kam zunehmend ins Stocken und gab im Laufe des Verhandlungstages immer öfter an, sich nicht erinnern zu können. Die Fragen des Anwalts zielten auf einen Punkt ab: die Verträge, die die Investoren Ardi Goldman und Jürgen Harder mit Fraport geschlossen haben. Denn hier gibt es durchaus Ungereimtheiten.

Alle Verträge beim Logistikzentrum CargoCity Süd waren anfangs zu einem Erbbauzins von 17,90 Euro pro Quadratmeter geschlossen worden. Von Ardi Goldman aber wollte die Fraport aber mehr. Als Begründung nannte Christoph H., dass der Erbbauzins die vergangenen zehn Jahre nicht angepasst wurde. Außerdem sei Goldman der erste Investor gewesen, bei dem von Anfang an feststand, dass er das Grundstück inklusive Logistikhalle wieder verkaufen wird – und das mit großem Gewinn. Da der Erbbauzins nicht angehoben werden sollte, einigte man sich auf eine Einmalzahlung von einer Million Euro. Das wurde schon am vergangenen Verhandlungstag klar. Nun war es aber offensichtlich so, dass man innerhalb der Fraport Bedenken hatte, so eine Summe ohne Gegenleistung zu verlangen. Während in E-Mails und internen Dokumenten immer von einer Provision die Rede war, ist die Summe im eigentlichen Vertrag anders dargestellt: Nur 300.000 Euro sind tatsächlich als Provision gekennzeichnet, der Rest als Vermittlungs- und Beratungsgebühren.

Warum das so ist, konnte Christoph H. nicht plausibel erklären. Er betonte nur wiederholt, dass es rechtlich auch in Ordnung gewesen wäre, eine Million Euro Provision zu verlangen. Warum das aber dann im Vertrag nicht einfach so genannt wurde, blieb trotz wiederholter Nachfragen unklar. Der Anwalt von Volker A. verlas auch ein Protokoll, das eine Staatsanwältin bei einer Hausdurchsuchung bei Fraport angefertigt hatte. Dort spricht Christoph H von einer „verdeckten Provision“. An diesen Wortlauf konnte er sich vor Gericht jedoch nicht mehr erinnern.

Jürgen Harder verfolgte den Prozesstag mit verbissenem Gesichtsausdruck. Kein Wunder – denn es wurde sehr deutlich, dass er für das Grundstück bei CargoCity Süd am tiefsten in die Taschen greifen musste. Denn bei diesem Vertrag hatte sich Fraport dann doch durchgerungen, den Erbbauzins zu erhöhen – auf rund 22 Euro pro Quadratmeter. Zusätzlich musste Harder aber ebenfalls eine Einmalzahlung leisten. Da er ein kleineres Grundstück als Goldman erworben hatte, belief sich die Summe auf 700.000 Euro statt einer Million Euro. „Jürgen Harder hat eben nicht so hart verhandelt“, gab Christoph H. an. Er räumte auch ein: „Dieser Vertrag war für die Fraport der günstigste.“

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5. Mai 2015, 16.12 Uhr
Christina Weber
 
Christina Weber
Jahrgang 1983, Studium Online-Journalismus, seit 2014 Volontärin beim Journal Frankfurt – Mehr von Christina Weber >>
 
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