Cookies sind eine wichtige Ergänzung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Bahnhofsviertelmagazin
 

Zwischenruf von David Gergely

10

Das Bahnhofsviertel unter medialem Beschuss

Foto: Katrin Binner
Foto: Katrin Binner
David Gergely lebt im Bahnhofsviertel. Dass der Kiez in letzter Zeit wieder den Stempel der No-Go-Area aufgedrückt bekommt, ärgert ihn. In seinem Gastbeitrag ruft er den Skeptikern zu, die schönen Seiten zu sehen.
Frankfurt erlebt seit einiger Zeit einen Imagewandel und ist in aller Munde. Selbst die New York Times wählte unsere Stadt als Platz 12 der „52 Orte, die man 2014 bereisen sollte“. Es tut sich also was! Dafür hauptverantwortlich ist, wie letztes Jahr von internationalen Medien wie dem Guardian bestätigt wurde, das so heftig umstrittene Bahnhofsviertel.

Es repräsentiert die ganze Vielfalt, die Frankfurt so zu bieten hat. Das natürlich recht geballt. Es ist der sogenannte „Melting Pot“ der Stadt. Wo früher fast ausschließlich Fixer, Dealer, Obdachlose Spielhallenbetreiber und Prostituierte unterwegs waren, trifft sich dort heute jeder, der irgendwie zur Frankfurter Szene gehören will. Ein sehr üblicher, urbaner Prozess wie man ihn in hunderten Großstädten beobachten konnte. Meatpacking District oder Brooklyn in New York sind die besten Beispiele. Aber wo gehobelt wird, fallen Späne. Genauso schnell wie all die hippen und neu dazugezogenen Leute das Viertel für sich entdeckt haben, hat sich die alte Brigade halt nicht aus dem Staub gemacht. Eine äußerst spannende Mischung eben. Die Bemühungen um ein geregeltes Miteinander zu erreichen, sind auf allen Seiten groß.

Passiert hier etwas für die Zeitung Berichtenswertes, suchen viele Pressevertreter schnell den Schuldigen bzw. zeigen mit dem Finger auf einzelne Verursacher. Einige Blätter schreiben ähnlich Erschreckendes wie über den „Kotti in Berlin“. Die Polizei würde Herr der Lage werden. Selbst nach gefühlt hunderten täglicher Razzien, sei kein Schwund der Gewalt zu erkennen.

Ich selbst lebe mitten im Bahnhofsviertel. Ich glaube, es läuft viel mehr wie in einer neuen Beziehung: Es gehören immer mindestens zwei dazu, man muss sich auf den anderen einlassen, Kompromisse eingehen. Und Dinge bzw. Leute, die sich neu finden und aus völlig unterschiedlichen Kulturen kommen, müssen eben über die Zeit erstmal zusammenwachsen. Man beschwert sich schnell und laut über die doch vorhandenen Nebenwirkungen dieses unaufhaltsamen Prozesses, vergisst aber bei der Berichterstattung, dass es genau diese Gegensätze hier im Bahnhofsviertel sind, die es so interessant machen.

Es ist laut, es ist hässlich, es ist wunderschön, es ist vielfältig und reich an Kulturen. Es geht nicht darum, die Probleme kleinzureden oder wegzuschauen. Aber alles braucht seine Zeit und es würde vielen Skeptikern guttun, einen Blick auf die positiven Seiten zu werfen. LET’S MAKE THE BHFSVRTL GREAT AGAIN!

Der Autor lebt und arbeitet im Bahnhofsviertel. Sein Kommentar erscheint gleichzeitig im print und online.

8. August 2017
David Gergely
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Michael Risse am 10.8.2017, 22:37 Uhr:
Sir David;laut der guten alten Tante Google,drehen Ihro Gnaden ein Rad im Immobiliengeschäft.
Da ist das Bahnhofviertel ja eine interessante Gegend für Sie,weil da ist ja noch echt "Musik" drin. Daher die Homestory.
Ich dachte erst,anhand des Photos bei Journal Frankfurt,Sie wären ein Intellektueller,also ein Maler oder Dichter.
Ja ja ,so läufts
Homo homini lupus.
Ceterum censeo:Societas 90/"Le Vert",sunt delendam.
$halom $habbat !
 
Michael Risse am 10.8.2017, 15:40 Uhr:
Herr Doerig bringt es auf den Punkt.

ceterum censeo: societas 90,le vert ,sunt delendam
 
David Gergely am 9.8.2017, 13:44 Uhr:
Lieber Ralf Doerig, ich habe leider keinen FB Account, noch wohne ich auf einer der Strassen die Du genannt hast. Natürlich bleibt die Taunusstrasse eine Herausforderung, das habe ich nie bestritten. Ich brauche keine Partnerschaften, ich will lediglich friedlich Co-existieren und damit habe ich bis dato keine Probleme gehabt....
 
Ralf Doerig am 9.8.2017, 11:57 Uhr:
David Gergely bist du eigentlich mal in der FB-Gruppe Bahnhofsviertel-Backstage gewesen ? Von den Geheimen will ich noh garnicht sprechen.

Es ist ja schön daß du als Anwohner das "ach so toll" und "spannend" findest. Laß mich raten...wohnst du in der schicken Münchner- oder der belebten Kaiserstr. ?

Jedenfalls hörst du dich nicht wie jemand an der in der Taunusstr. wohnt !!! Da ist schon lang nix "Spannendes" und "Aufregendes" mehr. Verwahrloste Junkies, abends gefährliche Dealer aus Maghreb-Staaten die auch junge Flüchtlinge akkreditieren. Läufst du da gerne mal abends durch so wie ich ? Bist du auch schon öfters bedroht worden so wie ich ? Hast du schon mal einen Hinterkopf aufplatzen sehen so wie ich ? Ich denke nicht denn dann würdest du dir deine ach so tolle Partnerschaft nochmal überdenken. Mit Drogensüchtigen KANN man keine gleichwertige Partnerschaft haben ! Den Leuten muß erst geholfen werden. Mit brutalen Dealern kann man keine gleichwertige Partnerschaft haben. Da müssen Gesetze greifen. Und ZURECHT ist deshalb das BHV unter medialem Beschuss ! In den JETZIGEN Konstellationen wird ein BHV FÜR ALLE nicht funktionieren. Die Drogenkriminalität muß mit effektiven Mitteln bekämpft werden (und nicht mit x-Polizisten die ständig nur an der Oberfläche schneiden während die Wurzel unerreichbar bleibt). Das Thema mit der Prostitution jedenfalls in den Laufhäusern dürfte sich eh bald von selbst erübrigen. Mit immer weniger Prostituierten und immer weniger zumeist ängstlichen Freiern werden die LHs bald schließen müssen. Die Taunusstr. bleibt somit definitiv eine Riesenherausforderung !
 
Michael Risse am 8.8.2017, 19:42 Uhr:
David,19.20
Ich habe jahrelang versucht ,einem Cracksüchtigen jungen Pflasterer,,dem ich Wohnung(gratis) in Frankfurt gab,zusätzliche Jobs,Essen,Rechtsbeistand,etc,zu helfen da rauszukommen,und bin kläglich gescheitert.
Im Übrigen meide ich das Viertel nicht,weil wir da häufig essen gehen.
Cheers
Big Bad Mike
 
Michael Risse am 8.8.2017, 19:37 Uhr:
Gentile Signore,Don Bruno,solange es noch ein Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland gibt,das da schreibt in Artikel 5 :
"

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.
Lesen Ihro Gnaden mal bitte den Satz #2:da werden Sie feststellen,dass Sie meine persönliche Ehre angreifen,durch die Behauptung:"der widerliche Risse hier noch seine tägliche Nazi-Propanda von Arbeitslagern absondern..." Dazu: Ich bin mit Sicherheit alles nur kein Nazi.
Und nur ,weil Sie aus einer steinreichen,norditalienischen Weinhändlersfamilie stammen,dem Nachnamen nach,
müssen Sie ja nicht gleich denunziatorisch über meine Meinung herfallen.
Gracie
$aluti
Don Michele
Padre Padrone
 
David Gergely am 8.8.2017, 19:20 Uhr:
Michael Risse.... Du hast sehr eigene Ansichten zu diesem Thema. was ich sagen wollte mit begrenzten 1800 Zeichen, ist das dies unaufhaltsame Prozesse sind. Alle Menschen die hier ins BHFSVRTL kommen müssen wissen dass sie zur Zeit all dem eben noch ausgesetzt sind.. Andere finden diese Gegensätze anziehend und kommen genau deswegen. Die Arbeit, die getan werden kann, wird getan. Wir müssen dem ganzen aber auch Zeit geben. So etwas passiert nicht von heute auf morgen. Die Leute an denen Du dich so störst, sind schon ewig hier. Sie werden nicht verschwinden nur weil Du Dich an Ihnen störst. By the way... wenn's Dir nicht passt, mein Tipp, einfach nicht so oft im Viertel vorbei schauen...
 
Bruno Giordani am 8.8.2017, 15:24 Uhr:
Wie lange darf dieser widerliche Risse hier noch seine tägliche Nazi-Propaganda von Arbeitslagern absondern, in einem anscheinend nur noch ehemals linksliberalen Magazin?
 
Michael Risse am 8.8.2017, 14:56 Uhr:
ich schrieb unter anderem am 25.7.17 zu dem Thema,über dieses Areal:
"Verehrte Frau Petra Meyer, Ich kann Ihren Unmut durchaus nachvollziehen,aber wie wär es denn mit ein wenig
Upgrading,vor allem im Bahnhofsviertel. Sie dürfen nicht vergessen,das war bis zu den Bombardements in den 1940ziger Jahren eine respektable Wohngegend,die Kaiserstrasse war die Prachtstrasse schlechthin.
Ich denke mal,die Stadt sollte da mal wirklich aufräumen,was die Junkies und ähnliche Zeitgenossen anlangt. Weltweit gibt es Hochstufungen,Wiederbelebungen von runtergekommenen Stadtteilen in Metropolen.
Ich weise hin auf das Viertel um den Times Square in New York und das einstmal verrufene,ja gefürchtete Eastend in London. Jetzt wird es gleich wieder einen Shitstorm geben,aber zum Wohle der Gesundheit von Junkies,rate ich zu Arbeitslagern,mit geschultem Personal,freundlich,aber streng,sinnvolle Tätigkeiten,wie z.B Berufsausbildungen bis zur Gesellenprüfung,gutes Essen,aber keine Drogen mehr,und um 23 Uhr "Licht aus"
Michael Risse,uralter,aber nicht "Ewig Gestriger" Frankfurter Kaufmann.Präsident der Gruppe 1+1=2 und nicht 3!
 
Michael Risse am 8.8.2017, 14:52 Uhr:
Davis Gergely,Esquire ! Would Your Honor please specify,what should or could be done " Down Under!"
Your general exclamations remind me,what one of our leading bankers in the sixties would say about statistics,
Herrmann Josef Abs,CEO of the then very famous and powerful Deutsche Bank advised:
Statistics are for a drunken sailor at the harbour,like a lantern. He can surely lean against the lanternpole at night,
but the light of the lantern will not enlighten him. So in analogy,I consider Your statements as being too general,and not helpful for tackling the problems of this section of the city at all.
$aluti
Don Michele
iL Padrino
 
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Bahnhofsviertelmagazin
 
 
Galerie Rundgaenger feiert Black Christmas
0
Schwarze Weihnachten im Bahnhofsviertel
Die Künstlerin Julia Schewalie arbeitet mit schwarzen Materialien und bringt sie zum Scheinen. Ideale Umgebung also für eine schwarze Weihnacht in der Niddastraße. – Weiterlesen >>
Text: nil / Foto: Frank Blümler
 
 
Nach zehn Jahren laufen die Fördermittel für das Projekt „Stadtumbau in Hessen“ aus. Deshalb muss das Stadtteilbüro im Bahnhofsviertel schließen. Das Ende bedeutet dies noch nicht. Der Magistrat sieht eine Neukonzeption vor. – Weiterlesen >>
Text: Martina Schumacher / Foto: Martina Schumacher
 
 
Gentrifizierung auf der Kaiserstraße
0
Kult-Kneipe Bier-Brezel hat dicht gemacht
Über 30 Jahre war die Bier-Brezel ein beliebter Anlaufpunkt im Bahnhofsviertel – gestern wurde das letzte Mal gezapft. Betreiber Michael Reichert muss die Kneipe aufgrund steigender Mietkosten schließen. – Weiterlesen >>
Text: Katrin Börsch/ Julia Kretschmer / Foto: Julia Kretschmer
 
 
 
Weihnachtsbummel im Bahnhofsviertel
0
Individuelle Kunst im ART-Shop
Auch in diesem Jahr lädt das Stadtteilbüro während der Adventszeit zum ART-Shop ein, der unter anderem Siebdrucke, Bücher und handgefertigten Schmuck anbietet. Manche Künstler haben eigens Kollektionen für diesen Tag gefertigt. – Weiterlesen >>
Text: nic / Foto: Bernd Kammerer
 
 
Was sollen uns diese Bilder vom OB-Kandidaten Volker Stein auf der Kehrmaschine im Bahnhofsviertel sagen? Lesen Sie hier Wortspiele, die uns dazu spontan eingefallen sind. – Weiterlesen >>
Text: Nicole Brevoord / Foto: © Bernd Kammerer
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  9 
 
 
 
Bahnhofsviertelmagazin
Unser Stadtteil-Magazin erscheint regelmäßig als Print-Ausgabe – im Journal Frankfurt und im Viertel selbst. Hier lesen Sie aktuelle Neuigkeiten und mehr.

Twitter Activity