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Teestube Jona im Gutleutviertel
 

Teestube Jona im Gutleutviertel

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Neuer Hausbesitzer stellt Wasser und Heizung in Obdachlosen-Café ab

Foto: JF
Foto: JF
Die Teestube Jona dachte, sie hätte noch eine Gnadenfrist bis November, um in neue Räume zu ziehen. Nun wurden Wasser und Strom gekappt.
Geändert am 3. März 2018

Im Sommer vergangenen Jahres begann die Misere. „Der Käufer ist ein Investor, der unverzüglich und ohne Rücksicht auf unser Mietrecht mit der kompletten Sanierung des Hauses beginnen will", hieß es damals in einem Brief der Teestube Jona. Und tatsächlich: Die Bauarbeiten begannen, das Obdachlosencafé sollte weichen. Zunächst schon bis September 2017, nun wurde noch eine Frist bis November 2018 erreicht. Doch man könnte den Eindruck gewinnen, den neuen Hauseigentümern der Pforzheimer Straße 7 ginge das nicht schnell genug. "Derzeit ist es wirklich nicht einfach", sagt Nadine Müller, Sozialarbeiterin in der Teestube.

Im Januar berichteten wir bereits darüber, dass in der Teestube immer mal wieder der Strom ausfällt, auch an Weihnachten war da nichts zu machen. Mittlerweile versuchen die Mitarbeiterinnen zwar für ihre Kunden - obdachlose Menschen - da zu sein, doch derzeit sind Heizung und Wasseranschluss nicht zu gebrauchen.



Kein einfaches Unterfangen auch für die gut 20 Ehrenamtlichen, die in der Teestube arbeiten - von den 450 Stammkunden erst gar nicht zu reden, für die das Lokal hinterm Hauptbahnhof wie eine Insel von ihrem nicht einfachen Leben ist. Wir müssen es an dieser Stelle offen sagen: Auch beim Journal Frankfurt schlägt unser Herz für das Konzept der Teestube, Einnahmen, die wir aus Stadtführungen mit einem ehemaligen Obdachlosen generieren, spenden wir der Teestube.



"Ich erfahre erst durch Ihren Anruf davon", sagt der Ehemann einer der Hauseigentümerinnen über den aktuellen Zustand der Teestube. Er sagt auch: "Schreiben Sie darüber, dann lese ich es und dann kümmere ich mich." Von abgestelltem Wasser oder einer nicht funktionierenden Heizung habe er noch nicht gehört, ebenso nicht von Stromausfällen oder dem Problem, dass einer der Lagerräume der Teestube mit einem riesigen Berg Schutt unzugänglich gemacht wurde. "Die sollen einfach mal mich anrufen anstatt die Medien", sagt er. Bei der Teestube Jona heißt es dazu nur, das habe man versucht - ohne Ergebnis.



So oder so will die Teestube ausharren bis die Stadt ein neues Quartier bereitstellt. In der Gutleutstraße soll das Obdachlosen-Café dann unterkommen. Nicht ganz ideal, weil nicht mehr ebenerdig zugänglich - aber besser als der jetzige Zustand in jedem Fall. "Wir sind sehr glücklich, dass die Stadt uns unterstützt", sagt Nadine Müller.

Lesen Sie dazu auch unser Update: "Drohungen gegen Sozialarbeiter, Mieter müssen sich Wasser aus dem Main holen"

Richtigstellung
Im ursprünglichen Artikel, den wir nunmehr geändert haben, war davon die Rede, dass die MiT Baukonzept GmbH Eigentümerin des Grundstücks auf der Pforzheimer Straße 7 ist. Dies entspricht nicht der Wahrheit. Richtig ist, dass es drei Eigentümer gibt, die rechtlich mit der MiT Baukonzept GmbH nicht verbunden sind und der die Vorgänge, über die wir berichtet haben, nicht zugerechnet werden können.
Journal Frankfurt, 3. März 2018
13. Februar 2018
Nils Bremer
 
Nils Bremer
Jahrgang 1978, Politologe, seit 2004 beim Journal Frankfurt, seit 2010 Chefredakteur. – Mehr von Nils Bremer >>
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Kolja Richter am 13.2.2018, 15:00 Uhr:
Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Ich hoffe die Betreiber der Teestube Jona lassen sich nicht unterkriegen!!
 
Caius Couers am 13.2.2018, 14:46 Uhr:
Das ist echt eine absolute Frechheit. Man sollte die Menschen unterstützen, die Ihren Mitmenschen helfen und nicht unter Druck setzen. Nun frage ich mich wer etwas dagegen unternimmt?! Ich hoffe sehr, dass wir bald eine Lösung finden.
 
Christian Six Spreen am 13.2.2018, 14:34 Uhr:
"Schreiben Sie darüber, dann lese ich es und dann kümmere ich mich." - was für eine Unverschämtheit.
 
Sarah Elmshäuser am 13.2.2018, 14:11 Uhr:
Obdachlose sind auch Menschen!! Es ist mehr als eine Frechheit Obdachlosen solche unwürdigen und gerade bei solch niedrigen Temperaturen unzumutbaren Umstände anzutun. Man sollte sich dafür schämen seinesgleichen so zu erniedrigen und sich selbst für etwas besseres zu halten - wie es anscheinend der neue Hausbesitzer der Teestube tut!!! Für so etwas kann man sich nur schämen....
 
 
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