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Gentrifizierung auf der Kaiserstraße
 

Gentrifizierung auf der Kaiserstraße

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Kult-Kneipe Bier-Brezel hat dicht gemacht

Foto: Julia Kretschmer
Foto: Julia Kretschmer
Über 30 Jahre war die Bier-Brezel ein beliebter Anlaufpunkt im Bahnhofsviertel – gestern wurde das letzte Mal gezapft. Betreiber Michael Reichert muss die Kneipe aufgrund steigender Mietkosten schließen.
Die Stimmung ist getrübt, die Angestellten sind sichtlich traurig. Am 30. November war der letzte Abend in der Bier-Brezel, der wohl ältesten Bar auf der Kaiserstraße. Am Tresen sitzen einige Gäste, lesen Zeitung, schauen Fußball, darunter auch Gisela Paul – Grüne-Soße-Verkäuferin auf dem Kaisermarkt, die hier wie die meisten, seit Jahren Stammgast ist. Die Schließung sei eine Schande für Frankfurt, sagt sie. Die Kneipe war eine echte Institution gewesen, für viele Besucher eine Art Wohnzimmer. Auf die Frage, wo sie künftig ihr Feierabend-Bierchen trinken würde, lacht Gisela Paul und sagt „Ich mach mir jetzt mein eigenes Wohnzimmer“. Man merkt, die Schließung schmerzt.

Für die Stammgäste der alt eingesessen Kneipe ist dies das schlimmste, was hätte passieren können. Aber um es in Gisela Pauls Worten zu beschreiben „das Weinen hat keinen Sinn, es verändert sich trotzdem“. Über die Gründe der Schließung sagt der Besitzer des Hauses, Ronny Shmider: „Das gesamte Haus wurde kernsaniert. Die Bier-Brezel ist ziemlich heruntergekommen. Wir wünschen uns, dass etwas Kreativeres ins Haus einzieht, das auch wirklich zum Haus passt.“ Für die Zukunft plant er, wieder eine Gastronomie in die Räumlichkeiten einziehen zu lassen. Was das genau sein wird, möchte er noch nicht verraten.
4. Dezember 2017
Katrin Börsch/ Julia Kretschmer
 
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