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Panorama
 

Tony-Sender-Preis

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Power für die Frauen

Alle zwei Jahre verleiht die Stadt Frankfurt zu Ehren der Frauenrechtlerin Tony Sender den gleichnamigen Preis. In diesem Jahr findet die Verleihung am 29. November, Tony Senders 125. Geburtstag statt. Der Preis geht an Margrit Brückner.
„Meinen die wirklich mich?“ – war ihre erste Reaktion, als Margrit Brückner auf ihrem Anrufbeantworter die Nachricht abhörte, die sie darüber informierte, dass sie in diesem Jahr den Tony-Sender-Preis erhalten wird. Zum zehnten Mal verleiht die Stadt Frankfurt den mit 10.000 Euro dotierten Preis, mit dem alle zwei Jahre einzelne Frauen ausgezeichnet werden, die sich in besonderer Weise für eine geschlechtergerechte und gewaltfreie Welt einsetzen.

Und dies tut Margrit Brückner seit fast 40 Jahren. 1946 wurde sie im niedersächsischen Rinteln an der Weser geboren. Zum Studium kam sie nach Frankfurt, wo sie im Sozialistischen Deutschen Studentenbund aktiv wurde und 1969 zusammen mit Kommilitoninnen den ersten Frankfurter Weiberrat gründete. „Die Frauenfrage war damals ein Nebenwiderspruch. Wir wollten keine Nebensache sein und wir wollten nicht mehr immer nur Briefmarken lecken“, erinnert sich Brückner an das Ende der 60er Jahre, die damalige Rolle der Frau in der Gesellschaft und wie dies den Grundstein für ihre eigene Karriere und den Ehrgeiz zur Veränderung legte. Mit ihrem Weiberrat tagten die Studentinnen im Club Voltaire, begannen sich der von Alice Schwarzer eingeleiteten Frauenbewegung anzuschließen und diese auszuweiten. Sie forderten die Legalisierung der Abtreibung in Deutschland, die Auseinandersetzung mit dem weiblichen Körper und demonstrierten für bessere Bildungschancen für Frauen. 1979 trat Brückner ihre Professur für Soziologie, Frauenforschung und Supervision an der Fachhochschule Frankfurt an. 1983 promovierte sie an der Goethe-Universität, wo sie 2000 auch habilitierte und bis heute Studenten unterrichtet und fachlich begleitet, obwohl sie im vergangenen Jahr pensioniert wurde. Ans Aufhören denkt die 67-Jährige nämlich noch lange nicht: „Es macht mir immer noch ungeheuren Spaß und außerdem gibt es in diesem Bereich noch sehr viel zu tun“. Und so gründete sie zusammen mit sieben weiteren Frauen die Initiative Care.Macht.Mehr. Jüngst verfasste die Gruppe ein Manifest für mehr Zusammenhalt und wechselseitige Sorge in der Gesellschaft. Und genau für dieses Projekt will Brückner einen großen Teil ihres Preisgeldes einsetzen.

Worauf sie in ihrem Leben besonders stolz sei? Auf vieles, was sie für die Frauen in Deutschland erreichen konnte und natürlich auch auf den Tony-Sender-Preis. Doch das Wort „Dankbarkeit“ gefällt Margrit Brückner in diesem Zusammenhang weit besser. Denn die Geschichte der Tony Sender, einer jüdischen Frau, die für die damalige Zeit einen unkonventionellen Lebensstil pflegte, die Krieg, Zerstörung und Flucht durchlebte und die aufgrund äußerer Umstände immer wieder ihre Kontexte verlor und dennoch vieles bewegen konnte, was noch heute wirkt, beschäftigte Margrit Brückner sehr. Daher sei sie „dankbar dafür, in einem demokratisch verfassten Staat ohne Gefahr für Leib und Leben frei nachdenken und wissenschaftlich Arbeiten zu dürfen – für eine gerechtere Gesellschaft und insbesondere für die Rechte der Frauen.“
29. November 2013
mim
 
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